Mit dem Wohnmobil und Hund auf die Fähre

Gute Planung

Da einige unserer Wohnmobile von Hundebesitzern gemietet werden, möchten wir euch im Folgenden berichten, welche Erfahrungen wir bei Überfahrten mit Hund und Wohnmobil gemacht haben.

Bevor ihr die Tickets für die Fähre kauft, informiert euch genau über die „Hunde-Einreisebestimmungen“ des Landes eurer Wahl. Einige Länder verlangen spezielle Impfen oder Bluttests, die nur wenige Tage alt sein dürfen. Solche Themen solltet ihr natürlich mit einplanen. Verlässliche Informationen zum Thema „Einreise in euer Reiseland“ bekommt ihr über die Seiten des Zolls oder über https://www.auswaertiges-amt.de

Sobald das Thema Einreisebestimmungen klar ist, erkundigt euch frühzeitig bei der Reederei, oder Vermittlungsplattformen wie Direct Ferries die die Fährstrecken betreiben, über die Bestimmungen für Haustiere an Bord. Abhängig von der Länge der Überfahrt kannst du bei Kurzstrecken (z.B. Bensersiel → Norderney 1 Stunde Überfahrt) bei deinem Hund im Auto bleiben. Bei längeren Fahrten (z.B. Genua → Sardinen ca. 10 Stunden Überfahrt) ist dies natürlich nicht möglich. Im Folgenden berichten wir über unseren eigenen Erfahrungen bei der Überfahrt mit Hund und geben euch Tipps, wie Ihr die Reise mit Hund und Wohnmobil gut meistern könnt.

Generell gilt mit Hund auf allen Fähren:

  • Hunde an der Leine führen
    Es gilt grundsätzlich bei allen Fährgesellschaften eine absolute Leinenpflicht.
  • Hundetoilette
    Bei vielen Reedereien gibt es ein Dog-Park mit Hundeklo. Dies trifft besonders auf längeren Strecken zu.
  • Öffentliche Räume ohne Hund
    Generell kannst du bei den meisten Reedereien davon ausgehen, dass du den Hund nicht in die Restaurants und Shops an Bord mitnehmen darfst.
  • Maulkorb
    Da einige Reedereien eine Maulkorbpflicht kennen, solltest du den Maulkorb unbedingt dabei haben.
  • Zwinger an Bord
    Einige Reedereien haben Zwinger, in denen die Hunde sich aufhalten müssen. Aber wir haben bisher nur die Fähren gewählt, wo der Hund sich angeleint, gemeinsam mit uns an Deck oder in der Kabine aufhalten darf.

Jetzt geht’s los

Wenn ihr schon eine längere Anreise hattet, solltet ihr zwischen Autofahrt und Fähre eine genügend große Pause einplanen, damit der Hund sich noch mal richtig auspowern kann. Ihr solltet versuchen, den Spaziergang so zu timen, dass ihr im Anschluss an den Spaziergang direkt zur Fähre fahrt. Gebt dem Hund nach dem Spaziergang eine Kleinigkeit zu fressen. Aber achtet darauf: Ein zu voller oder leerer Magen kann bei einem Hund auch zu Übelkeit führen.

Der Hund braucht ebenfalls eine Tasche

Wie in unserem ersten Blog, „Mit dem Wohnmobil auf die Fähre“ beschrieben, benötigt Ihr bei längeren Überfahrten eine Tasche an Board. Das gleiche gilt für euren Hund.

Was kommt in die Hundetasche:

  • EU-Heimtierausweis
  • Trinkwasser (abgefüllt in einer Flasche)
  • Hundefutter
  • Näpfe (Futter/Wasser)
  • Eine Decke
  • Leine und ggf. Maulkorb
  • Kauknochen gegen Langeweile

Parkposition erreicht- das Wohnmobil mit Hund verlassen

Ihr solltet auf jeden Fall darauf achten, dass ihr euren Hund UNBEDINGT bereits angeleint aus dem Wohnmobil holt, und gerade bei sehr starken, kräftigen Hunden sollte jemand den Hund bis zum letztendlichen Platz/ Kabine über die Fähre führen, der eurem Hund kräftemäßig gewachsen ist. Gerade zu Beginn der Fahrt herrscht auf der Fähre ein riesen Getümmel, überall suchen Reisende nach dem perfekten Ort für die Überfahrt, gleichzeitig brummen bereits die Schiffsmotoren, der Untergrund vibriert, der Boden schwankt schon etwas, manchmal toben Kinder aufgeregt umher oder haben Angst und sind total übermüdet und weinen… all dies ist für euren Hund auch nicht leicht zu ertragen. Da sollte jemand an der Seite des Hundes sein, der ihm/ihr den Weg weist und Vertrauen vermittelt.  

Was ist, wenn die Hunde-Blase drückt?

Wenn Hunde auf den Fähren erlaubt sind, gibt es an Bord auch eine Hundetoilette. Meistens auf einem unteren Deck, draußen, in einer relativ dunklen Ecke. Manchmal steht dort ein Sandkasten oder eine Wiese. Wir haben aber auch schon erlebt, das die Notdurft einfach auf Deck erledigt wird…

Übernachtfahrt mit Hund auf der Fähre

Sollte eure Überfahrt mehr als ein paar Stunden dauern, gibt es 2 Reisemöglichkeiten für euch und euren vierbeinigen Begleiter:

Hundekabine auf der Fähre

Hundekabinen:
Bei vielen Reedereien kannst du Kabinen buchen, in die du den Hund mitnehmen darfst. So kann er bei dir übernachten und ihr habt einen Rückzugsort, wenn es an Deck zu viele neue Eindrücke gibt. Diese Art der Überfahrt ist schon bei ein paar Stunden empfehlenswert. Diese Kabinen solltet ihr aber gerade in den Ferien frühzeitig buchen, da das Angebot oft recht klein ist.

Hundezwinger auf der Fähre

Hundezwinger:
Wie oben bereits beschrieben, bleibt hier der Hund in einem Raum mit Zwingern. Du bist selber verantwortlich für die Decke, Futter und Wasser. Für gewöhnlich kannst und musst du den Vierbeiner selber zur Notdurft zum Hundeklo führen. Diese Form der Unterbringung sollte man sich gut überlegen. Hier können wir keine Erfahrungswerte mitgeben weil wir diese Form der Überfahrt nicht nutzen.

Die letzte Hürde … der Zoll

Wenn ihr die Fähre verlasst, werdet ihr automatisch durch den Zollbereich geleitet. Wir hatten damals Glück, da die Zollstation nicht besetzt war.  Wir sind dann einfach weitergefahren und runter vom Hafengelände. Wenn ihr es aber wirklich „regelgetreu“ machen möchtet, müsst ihr euren Hund nach der Ankunft beim Zoll anmelden. Der Zoll überprüft dann sämtliche Papiere und im besten Fall seid ihr 10 Minuten später fertig. Wie gesagt, wir sind damals einfach gefahren. Es führte in unserem Fall zu keinen weiteren Problemen; nicht während der Reise und auch nicht auf der Fähr-Rückfahrt von Sardinien. 

Roadbuddie Tipps

  1. Hunde können ebenfalls seekrank werden.
    Neigt dein Hund zur Übelkeit beim Reisen, kannst du beim Tierarzt Medikamente gegen Reiseübelkeit besorgen.
  2. Gewöhnung an Schiffe.
    Vielleicht könnt Ihr im Vorfeld schon man eine kurze Fahrt auf dem Rhein oder eine andere kurze Schifffahrt vornehmen. Du weißt dann vielleicht schon wie dein Hund reagiert und wie er die Schifffahrt verträgt.
  3. Die Reisetasche.
    Nimm alles was du und dein Vierbeiner an Deck brauchen von Anfang an mit. Bei vielen Reedereien darfst du während der Fahrt nicht zurück auf das Autodeck.

Mit einer guten Vorbereitung und Planung kannst du entspannt mit Hund und Wohnmobil die Fähren nutzen.

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